Spätvorstellung
Die Autorin resümiert über das Älterwerden in siebzehn Episoden, eingewebt in eine Rahmenhandlung, in der die Ehegeschichte eines älteren Schauspielerpaares erzählt wird. Melancholisch heiter, manchmal komisch, manchmal ernst und immer selbstironisch,
so unterschiedlich ist der offene Blick der älteren Herrschaften auf ihr Älterwerden. Da treffen sich Jugendlieben wieder und sind erschrocken über die Veränderungen der Zeit. Da ist der lebenslange Revolutionär, der partout nicht älter werden möchte, oder die Frau, die eher auf ihren Mann als auf ihre Waschmaschine verzichten möchte. Es trifft uns alle, denn so schreibt Jutta Voigt: "Wer alt ist, der ist nicht jung gestorben". Neben den körperlichen Nachteilen hat das Alter auch Vorteile, wie die hier vorgestellten unterschiedlichen Alterskonzepte zeigen, und so läuft auch in der Spätvorstellung derselbe gute Film wie in der Matinee. Lesenswert und amüsant, mit Gelassenheit und ein wenig Melancholie gepaart.
Christiane Kühr
rezensiert für den Borromäusverein.
Spätvorstellung
Jutta Voigt
Aufbau (2012)
252 S.
fest geb.