Alle Erzählungen
Es handelt sich bei dieser preiswerten gebundenen Ausgabe von Kleists Erzählungen um einen Auszug aus der im Aufbau-Verlag erschienenen vierbändigen Werkausgabe (dritte Auflage 1993 von Siegfried Streller herausgegeben). Diese Ausgabe ist erkennbar
für die Hand des Laien gedacht, verzichtet sie doch auf Varianten und Kommentar, wie sie z.B. in den Ausgaben von Helmut Sembdner, oder Klaus Müller-Salget (Deutscher Klassiker-Verlag) natürlich zu finden sind. Lediglich ein kurzes Nachwort von Christoph Hein und eine marginale biographische Notiz geben eine gewisse Orientierung. Wer sich also intensiver mit Textgestalt und editorischen Fragen befassen will, sollte auf die von Müller-Salget edierte preiswerte Taschenbuch-Ausgabe von 2005 zurückgreifen. (Die originale Textgestalt findet sich nur in der kommentierten Faksimile-Ausgabe von Thomas Nehrlich (2011), der die Erstausgabe aus dem Jahre 1810/11 präsentiert.) Dass Heinrich von Kleist einer der faszinierendsten deutschen Prosa-Schriftsteller ist, muss nicht betont werden. Hein spricht in dem Zusammenhang zu Recht von "seiner wundersamen Sprache (...) die fasziniert, erstaunt und süchtig macht." (Nachwort S. 348) Erstaunlich ist aber, dass seine großen Erzählungen, allen voran "Michael Kohlhaas", "Die Marquise von O..." und "Das Erdbeben in Chili" auch inhaltlich noch das Interesse des modernen Lesers fesseln, ihn anrühren und zur Stellungnahme herausfordern können.
Alle Erzählungen
Heinrich von Kleist
Aufbau (2011)
352 S.
fest geb.