Lizenz zum Töten
James Bond, englischer Geheimagent, hat die Lizenz zum Töten. Doch was in actiongeladenen Spielfilmen die Handlungen des Hauptdarstellers legitimiert, ist gar nicht so weit hergeholt. Wer erinnert sich nicht, wie die amerikanische Eliteeinheit Navy
Seals Osama Bin Laden, den meistgesuchten Terroristen der Welt, in seinem Versteck in Pakistan liquidierte? Dies wurde live ins Weiße Haus übertragen. Der Journalist Egmont R. Koch recherchierte über viele Jahre zu dem Thema, dass Geheimdienste durch Drohnen, Scharfschützen, Bomben, Giftanschläge, um nur einige Methoden aufzuzählen, Terroristen und nicht nur die, ohne jede juristische Rechtfertigung töten. Dabei konzentriert er sich weitgehend auf die US-amerikanischen und mehr noch die israelischen Geheimdienste. Aber auch einige Tötungen, die im Auftrag des russischen Geheimdienstes oder des DDR-Staatssicherheitsdienstes begangen wurden, finden in dem Buch Erwähnung. Erschreckend ist im Anhang die Liste der israelischen Exekutionen, der palästinensischen Terroranschläge und der US-Drohnenangriffe (seit 2008 starben durch US-Drohnen zwischen 2.500 und 4.000 Menschen). - Das Buch ist hervorragend recherchiert und sprachlich so aufgearbeitet, dass es für jeden interessierten Zeitungsleser eine Vielzahl von Ereignissen in einem neuen Licht erscheinen lässt.
Gerd Fleder
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Lizenz zum Töten
Egmont R. Koch
Aufbau (2013)
408 S. : Ill., graph. Darst.
fst geb.