Kosakenberg
Kathleen ist die Karriereleiter hochgestiegen: Kindheit in einem kleinen Dorf in der ehemaligen DDR, Abitur, dann nach der Wende direkt zum Studium nach Berlin, und jetzt eine Stelle als Grafikdesignerin in London. Doch so einfach, wie sie es sich
vorgestellt hat, geht die Abnabelung vom Elternhaus nicht vonstatten. Sie hat immer nur weg gewollt aus Kosakenberg. Das pulsierende Leben in London gefällt ihr. Doch als die Mutter das alte Haus an eine ehemalige Schulfreundin verkauft, spürt Kathleen einen unerklärlichen Schmerz. Wo ist denn fortan ihr Zuhause, ihre Heimat? Ein Päckchen mit Eiern aus Kosakenberg lässt sie über das Leben in der dörflichen Gemeinschaft nachdenken. Was ist davon nach der Wende übriggeblieben? - Bereits das Debüt der Journalistin Rennefatz „Eisenkinder: Die stille Wut der Wendegeneration“ hat vor gut zehn Jahren viel Beachtung erfahren. In ihrem neuen Roman schreibt sie nicht nur über die Diskrepanz zwischen Dorf und Weltstadt, sondern stellt allgemein die Frage nach unseren Wurzeln. Wie viel Heimat tragen wir in uns, wenn wir unseren Geburtsort verlassen? Gerne empfohlen!
Susanne Emschermann
rezensiert für den Borromäusverein.
Kosakenberg
Sabine Rennefanz
aufbau (2024)
222 Seiten
fest geb.