Der fünfte Spieler
Mit seinem Notizbuch, seinem lila Stift und seinen akribischen Listen bringt der zwölfjährige Zoomy Ordnung in sein Leben, denn Überraschungen oder Veränderungen rufen bei ihm immer ein "flatterbibbriges", nervöses Gefühl hervor. Glücklicherweise
ist das kleine Örtchen Three Oaks im Mittleren Westen der USA ein verschlafenes Städtchen, in dem Zoomy, dessen Sehkraft durch eine Krankheit sehr beeinträchtigt ist, behütet bei seinen Großeltern aufwächst. Eines Tages erscheint Zoomys Vater, ein Alkoholiker und Kleinkrimineller, wieder bei der Familie und deponiert eine gestohlene Kiste bei ihnen, die ein merkwürdiges altes Notizbuch enthält. Bei seinen Recherchen darüber freundet sich Zoomy mit der impulsiven Lorrol an, dem "Feuerwerksmädchen", und als ihnen bewusst wird, dass dieses Notizbuch Charles Darwin selbst gehört haben muss, stürzen sie sich zusammen in ein Projekt, um die Evolutionstheorie, vor allem aber den Charakter und das Leben Darwins besser kennenzulernen. Doch neben der unterschwelligen Gefahr, ausgehend von Zoomys Vater, bedroht auch der skrupellose Besitzer der Kiste die Kinder so, dass dieser Sommer immer mehr mit Zoomys geheimer "Gefahrenkiste" zu vergleichen ist ... - Auf bewundernswerte Weise verknüpft die bekannte Autorin das Leben Darwins und seine Evolutionstheorie, insbesondere die Aspekte der stetigen Weiterentwicklung und des unberechenbaren Zufalls, mit den Erlebnissen dieses besonderen Jungen, der das Leben auf seine ganz eigene Weise wahrnimmt. Mit der Erkenntnis, dass dieses Wechselspiel von positiven und negativen Veränderungen und Folgen auch in seinem Leben unausweichlich, ja natürlich ist, macht Zoomy einen entscheidenden Sprung in seiner Entwicklung. Eine sehr interessante Sicht auf das Leben aus einer ungewöhnlichen Perspektive, dazu an keiner Stelle langweilig. Sehr empfehlenswert. (Übers.: Claudia Feldmann)
Marlene Knörr
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Der fünfte Spieler
Blue Balliett
Aufbau (2011)
284 S.
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 10