Tiny house
Emil treibt durch das Leben und nimmt die Leserschaft dabei als Ich-Erzähler mit. Nach einem Abschluss in Literaturwissenschaften lebt er in einem Tiny House einer Musterhaussiedlung, in dem er rund um die Uhr zu Werbezwecken im Livestream zu beobachten
ist. Hier will er ein Buch schreiben, was ihm nicht gelingt. Und da ist noch die verschmähte Liebe zu Maxim. Emil fliegt aus dem Musterhaus, das mittlerweile ein Baumhaus geworden ist, kommt irgendwo unter und wird Social-Media-Beauftragter eines großen Unternehmens, in dem er auch seine Liebe Klara kennenlernt. Die dubiosen Geschäfte des Unternehmens fliegen auf. Der Protagonist schlägt sich mit seinen Ersparnissen und als Autor durch. Schließlich sucht Emil sich eine Anstellung als Lehrer und wird Vater. Scheinbar ist er im Establishment angekommen. Ein Tiny House ist nur noch ein Urlaubserlebnis. – Auf dem Cover ist ein Zirkuszelt zu sehen. Der Protagonist lässt die Lesenden unaufgeregt und mit satirischen Anklängen am Zirkus seines Coming of Age-Prozesses teilhaben. Gut zu lesen und deshalb breit einsetzbar.
Dorothee Rensen
rezensiert für den Borromäusverein.
Tiny house
Mario Wurmitzer
aufbau (2025)
221 Seiten
fest geb.