Es könnte schlimmer sein

2037 arbeitet Anna für den multinationalen Konzern Alpha Solutions, der sich zum Global Player in der Abfallwirtschaft entwickelt hat. Alpha Solutions entsorgt dabei nicht nur Haushalts- und Sondermüll, sondern löscht auch digitale Altlasten und Es könnte schlimmer sein sogar ungewollte Erinnerungen aus dem Gehirn mithilfe von neuen Medikamenten. Durch diese Rundumversorgung hat sich ein regelrechter Kult um den Konzern entwickelt, ähnlich wie bei Apple oder Tesla. Alpha Solutions fordert im Gegenzug von allen Mitarbeitern absolute Treue zum Unternehmen und eine bedingungslose Selbstoptimierung nach den Vorgaben der Konzernleitung. Auch Anna, die seit ihrer Geburt am Wiener Unternehmensstandort lebt, folgt diesen Maximen, bis sie durch eine Gruppe rebellischer Jugendlicher zum Umdenken gebracht wird und beginnt, die Dinge kritisch zu hinterfragen. - Dieser dystopische Gesellschaftsroman spielt in sehr naher Zukunft und zeichnet ein Gesellschaftsbild, das nah an den heutigen Gegebenheiten ist. Die wunderbar zynische Ich-Erzählerin schildert mit viel Humor die bereits jetzt vorherrschende Perspektivlosigkeit vieler Menschen, die sich lieber auf jeden neuen Trend stürzen als sich mit ihrem Leben auseinanderzusetzen und eigene Ideen zu verwirklichen. Ein selbstbestimmtes, zufriedenes Leben scheint im Netz der Konzerne und der Gesellschaft kaum mehr möglich, auch wenn die Ich-Erzählerin alles daransetzt, dies zu erreichen. Ein toller Roman, der viel Stoff zum Nachdenken liefert.

Stefanie Simon

Stefanie Simon

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Es könnte schlimmer sein

Es könnte schlimmer sein

Mario Wurmitzer
Luftschacht Verlag (2023)

247 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 616309
ISBN 978-3-903422-34-6
9783903422346
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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