Sommer der schlafenden Hunde

Lena ist seit der Schulzeit mit Trice (Beatrice) befreundet. In der Beziehung, die ihre eigenen Gesetze hat und die über eine Freundschaft hinausgeht, ist sie die Unterlegene, was Trice zuweilen noch immer genüsslich ausnutzt. Damals, am Ende der Sommer der schlafenden Hunde Schulzeit, waren die beiden zusammen mit Jurek, Hamza und der mysteriösen, unberechenbaren Sascha, um deren Gunst alle buhlten, in einer Clique. Nach der Schulzeit verschwindet Jurek und meldet sich nicht mehr, Hamza studiert, aber was ist mit Sascha geschehen? Und was hat Jurek mitbekommen? Die Frage lässt Lena auch nach Jahren nicht los, als Jurek plötzlich wieder auftaucht und Kontakt zu ihr und Trice sucht. Während einer Kur, die Trice besucht und zu der Jurek und Lena sie begleiten, eskalieren alte Ängste und Schuldgefühle und belastende Wahrheiten kommen ans Licht. Spannend ist die Frage, ob es den jungen Leuten gelingt, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und im Leben Fuß zu fassen. Die Ich-Erzählerin Lena wechselt fließend zwischen Gegenwart und Vergangenheit, was ein tiefgreifendes Bild der einzelnen Charaktere und Handlungen entstehen lässt. Der Roman vermittelt nachdrücklich jugendliche Themen des Dazugehörenwollens, der Eifersucht und der Minderwertigkeitsgefühle, die unter anderem den unterschiedlichen Herkünften geschuldet sind. Als Ventil bricht sich altbekannte Gewalt Bahn und macht die Dringlichkeit der Verarbeitung von belastenden Erfahrungen aus der Vergangenheit deutlich. Empfehlenswert.

Gabriele Berberich

Gabriele Berberich

rezensiert für den Borromäusverein.

Sommer der schlafenden Hunde

Sommer der schlafenden Hunde

Laura Dürrschmidt
aufbau (2026)

432 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 624617
ISBN 978-3-351-04268-4
9783351042684
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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