Die Ordnung der Sterne über Como
Tom Holler, recht begabter Pianist in einer Berliner Band, will den Scherben seiner gescheiterten Ehe entfleuchen und tourt mit seiner Combo durch Italien. Insgeheim hofft er, in Neapel seine frühere große Liebe wiederzutreffen, Betty Morgenthal.
Doch diese Begegnung bringt Tom auch in Kontakt mit seiner für ihn durchaus auch schmerzlichen Vergangenheit: Denn die Liebe zu Betty war Teil einer Dreiecksgeschichte, Betty die Partnerin seines besten Freundes Marc, und der ist damals tödlich verunglückt. So begegnet Tom vor allem einem, sich selber, seinen Gefühlen von Liebe, Schuld und Angst. Und lernt sich noch einmal richtig kennen. - Der Roman ist das literarische Debüt der Autorin, die als Sängerin und Texterin einer Band in Berlin lebt, er liest sich eher ein wenig beschwerlich, des Stiles wegen: Er ist preziös im ureigensten Sinne - die Autorin (gelernte Literaturwissenschaftlerin) will brillieren, und dieses Gewollte macht jede natürliche stilistische Eigenheit kaputt. So wirkt die Schreibe artifiziell, komponiert, und das Lesen macht mit jeder Seite weniger Spaß. Nun, es mag Leser geben, denen das Buch dennoch gefällt. Deshalb in größeren Beständen durchaus möglich. (Nominiert für den Deutschen Buchpreis)
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Ordnung der Sterne über Como
Monika Zeiner
Blumenbar (2013)
607 S. : Ill.
fest geb.