Said
Nachdem Robert und Ute Mings sich lange schon ein Kind gewünscht haben, sind sie froh, als sie endlich den 7-jährigen Said als Pflegekind bekommen. Doch mit Saids Einzug ändert sich alles. Said, dessen afghanischer Vater nach einem Unfall seit Jahren
im Wachkoma liegt und dessen irische Mutter die Familie schon vor dem Unfall verlassen hat, hat einige Jahre bei seinen afghanischen Verwandten gelebt, ohne dass man sich wirklich um ihn gekümmert hätte. Der an ständige Wechsel seiner Bezugspersonen gewöhnte Junge braucht lange, bis er begreift, dass seine Pflegeeltern ihn innig lieben und auch in kritischen Zeiten zu ihm stehen. Ming erzählt von den anfänglichen Problemen mit dem kaum Deutsch sprechenden Kind, das, verunsichert, zwischen Aggressivität und spontanen Liebesbezeugungen hin und her schwankt und damit auch die Gefühlswelt der neuen Eltern ständig auf die Probe stellt. Die Art, wie Ming ihre Geschichte erzählt, lehnt sich deutlich an den Erzählstil eines Romans an. Wörtliche Rede und detaillierte Beschreibungen tragen zu einer plastischen und spannenden Darstellung bei. - Sehr zu empfehlen.
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Said
Ute Mings
Rütten & Loening (2011)
279 S.
fest geb.