Der Handschlag
Die Autorin, eine bekannte britische Archäologin, Paläoanthropologin und Komikerin mit jemenitischen Wurzeln hat die COVID-19-Pandemie, als plötzlich das Händeschütteln stigmatisiert wurde, zum Anlass genommen, diese universale Geste des Menschen
kulturgeschichtlich zu betrachten. Zunächst geht sie der Frage nach, woher diese uralte Geste entstehungsgeschichtlich stammt und verweist darauf, dass bereits Menschenaffen Berührungsrituale mit den Händen ausführen. Zwei weitere Kapitel beschäftigen sich mit der Symbolik des Handschlags und mit vielfältigen Variationen in unterschiedlichen Kulturkreisen. Nach der Beschreibung des perfekten Handschlags wirft sie einen augenzwinkernden Blick auf Beispiele gelungener und misslungener Handschläge in der Geschichte: Hier sei exemplarisch nur auf das dominante Gehabe eines Donald Trumps verwiesen. Abschließend verneint sie engagiert die Frage, ob die aktuelle Covid-Pandemie den Handschlag dauerhaft zum Verschwinden bringen wird, u.a. mit Blick auf mögliche, aber doch weniger zufriedenstellende Alternativen zum altbewährten Händedruck. - Nicht zuletzt aufgrund ihrer Vertrautheit mit verschiedenen Kulturen hat die Autorin ein kurzweiliges Buch zum Thema Händedruck verfasst, das gespickt mit manch witzigen Bemerkungen und Seitenhieben den Lesenden gut unterhält und zugleich Sachwissen vermittelt. Ein Sachbuch, das überrascht und überall angeboten werden kann.
Siegfried Schmidt
rezensiert für den Borromäusverein.
Der Handschlag
Ella Al-Shamahi ; aus dem Englischen von Violeta Topalova
HarperCollins (2023)
206 Seiten
fest geb.