Weihnachten kann kommen
"Ich bin alt, die Leute lassen einem einiges durchgehen, wenn man alt ist." Nach diesem Motto mischt sich Nanna Jean munter in das Liebesleben ihrer Enkel. Dass sie damit ihre Schwiegertochter Glenda und auch den Rest der Familie in den Wahnsinn treibt,
stört sie nicht. Alice bringt zum ersten Mal ihren Freund Nico mit zum Weihnachtsfest der Familie Miller. Ihre Schwester Clemmie hat der Familie eine folgenschwere Entscheidung beizubringen und Ross, der Sohn von Glenda und Douglas, will auf keinen Fall über sein Liebesleben ausgefragt werden. Gemeinsam mit seinen Schwestern schmiedet er einen Plan, um dies zu verhindern. Doch dann taucht die "erfundene" Freundin Lucy tatsächlich auf. Und das Chaos nimmt seinen Lauf. Bei der Familie Miller geht es hoch her. Die Erwartungen an ein "harmonisches" Weihnachtsfest sind hochgesteckt. Wie im richtigen Leben kommt es dann aber ganz anders. Hier zeigt sich, dass die bedingungslose Liebe innerhalb einer Familie vieles aushalten kann und auch vieles verzeiht. Durch die unterschiedlichen Blickwinkel werden die Situationen aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Lucy betrachtet die Dynamik der Familie von außen, was ein ganz eigenes Bild ergibt. Und Nanna Jean sorgt mit ihrer trockenen, direkten Art für eine gehörige Prise Humor. Ein herzerfrischender Familienroman, nicht nur zur Weihnachtszeit. Gerne empfohlen.
Angela Hagen
rezensiert für den Borromäusverein.
Weihnachten kann kommen
Sarah Morgan ; aus dem Englischen von Sarah Heidelberger
HarperCollins (2023)
415 Seiten
kt.