Tulpe
Karlheinz Kallemann ist ein immer schlecht gelaunter Nörgler, der eigentlich alles um sich herum hasst. Er hat sich in sein Häuschen im Schrebergarten zurückgezogen und nervt auch hier auf beinahe unerträgliche Weise alle seine Nachbarn. Eines
Tages jedoch läuft ihm ein Hund zu. Der aber lässt sich, trotz Kallemanns Wesen, nicht vertreiben. Er beginnt sogar zu sprechen und behauptet, Kallemanns Gewissen zu sein. Tulpe, so nennt ihn der Misanthrop, beginnt auf sein neues Herrchen Einfluss auszuüben. Kallemann wird, beinahe gegen seinen Willen, verträglicher. Tulpe aber hat eine riesengroße Leidenschaft. Er liebt alles, was süß ist, vor allem aber Kuchen, Torten und Gebäck. Das führt ihn zur elfjährigen Lisa, deren Tante eine Konditorei besitzt. Mit viel Geschick und Berechnung bringt Tulpe Lisa und Kallemann zusammen. Die beiden freunden sich, vor allem wegen des niedlichen Hundes, miteinander an. Kallemann, inzwischen hilfsbereit und freundlich, kümmert sich um Lisa, wenn ihre Mutter arbeitet und hilft sogar in dem kleinen Laden aus, als Lisas Tante krank ist. Aus dem unerträglichen Einzelgänger ist ein neuer und bei seinen Mitmenschen nun beliebter Mann geworden. Tulpes Auftrag hat sich auf wunderbare Weise erledigt. - Ein modernes Märchen, das von der Kraft der Freundschaft und einer anscheinend sehr wohltuenden Beziehung zu einem Vierbeiner erzählt. Witzig und allen Büchereien zu empfehlen!
Josef Schnurrer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Tulpe
Thomas Letocha
HarperCollins (2023)
222 Seiten
fest geb.