That girl
Tess Raabe ist fünfundzwanzig und ein „That Girl“. Wie ihr das zwischen Bewegungs- und Meditations-Programmen, positiven Affirmationen und optimaler Ernährung gelingt, veröffentlicht sie erfolgreich in ihren Vlogs auf ihrem Social-Media-Account.
In ihrem Buch „DATE ME“ schreibt sie über Tinder-Dates und setzt sich für die richtigen Werte und für Selbstliebe ein. Sie gibt sich authentisch und nahbar. Als Juli sich von ihr trennt, scheint sie kurz die Kontrolle zu verlieren. Zwischen der Befürchtung, dass er mit der Veröffentlichung peinlicher Fotos ihren Ruf zerstören könnte, und den Bemühungen, sich mit optimierenden Produkten und Maßnahmen zu präsentieren, geht es ihr – wie ihrer Freundin Cora – um eines: den richtigen Mann. In Leo glaubt sie ihn zu sehen. Aber auch er hält nicht, was er verspricht, und kann sich nicht entscheiden. Tess und Cora sind damit beschäftigt, Blick und Erwartungen auf Männer zu richten, statt zu sich und ihren Gefühlen zu stehen. Schließlich gerät Tess an ihre Grenzen und – endlich – auch an ihre Wut. Thematisch und mit dem Einblick in die Tinder-Dating-Welt ist der Roman geeignet, die Generation der Zwanzigjährigen anzusprechen. Erzählerisch überzeugt er eher nicht.
Christiane Raeder
rezensiert für den Borromäusverein.
That girl
Gabriella Santos de Lima
HarperCollins (2024)
285 Seiten
kt.