The familiy guest
Die Familie Merritt ist eine Vorzeigefamilie und zählt sich zur oberen Schicht: Vater Matt ist ein erfolgreicher Geschäftsmann, Mutter Natalie betätigt sich ehrenamtlich für verschiedene Stiftungen, trifft sich mit Freunden zum Mittagessen und
lässt es sich gut gehen. Die beiden Töchter und ihr Sohn besuchen die Schule erfolgreich. Ein Hund darf natürlich auch nicht fehlen. Nach dem tragischen Tod ihrer ältesten Tochter Anabel entscheidet sich Natalie, eine Austauschschülerin aufzunehmen, um wieder mehr Normalität ins Leben zu bringen. Die Austauschschülerin Tanya wohnt in Anabels Zimmer, das nach deren Tod nicht verändert worden ist. Plötzlich zieht sie deren Kleidung an und fängt an, Anabels Hobbies zu imitieren. Mit der jüngeren Tochter Paice versteht Tanya sich von Anfang nicht. Paice hat das Gefühl, dass Tanya absichtlich gegen sie intrigiert und hat schnell das Gefühl, dass diese nicht die ist, die sie vorgibt zu sein. Ihr Bruder, der sich nicht durch Tanyas freundliche Art einnehmen lässt, unterstützt sie. Die beiden decken Ungeheuerliches auf. Mutter Natalie will nichts davon wissen, macht sich aber langsam auch Sorgen, wen sie sich da ins Haus geholt hat. Tanya scheint Geheimnisse aus Natalies Vergangenheit zu kennen, die diese tief in sich verschlossen hat. Über ihren Mann erfährt sie Dinge, die sie lieber nicht erfahren hätte. Hat in dieser Familie jeder Geheimnisse? Nichts ist, wie es scheint. Am Ende geht es um Leben und Tod. Das Buch ist sehr spannend, ein richtiger Pageturner, der fast ohne Blut auskommt. Ich konnte es nicht aus der Hand legen. Die Kapitel sind abwechselnd aus Natalies und Paiges Sicht geschrieben. Am Ende kommt es zu einem Showdown, der die Geschichte nochmals in einem anderen Licht erscheinen lässt. Für alle Büchereien, und vor allem für Psychothriller-Fans sehr zu empfehlen.
Melanie Bremer
rezensiert für den Borromäusverein.
The familiy guest
Nelle Lamarr ; aus dem Englischen von Wolfgang Thon
HarperCollins (2024)
383 Seiten
kt.