Tage aus Glas
Als Glasmacher-Tochter Bille beim Schwimmen von dem jungen Glasmacher Adam gerettet wird, verlieben sich die beiden und haben vor, ihr Glück in Amerika zu versuchen. Wie alle Frauen des Ortes arbeitet Bille in der Weberei. Zudem muss sie daheim den
Haushalt führen, denn ihre Mutter ist oft depressiv. Als die Glasmacher streiken, bricht Adam den Streik, denn er braucht Geld, um die Überfahrt nach Amerika bezahlen zu können. Bille ist zwischen Adam und der Sorge um ihre Familie hin- und hergerissen. Ganz anders gestaltet sich das Leben von Leonie, deren Mutter die Familie verlassen hat. Sie wächst bei ihrem Vater, dem Arzt der Glashütte, und ihrer Tante auf, die nur eines im Sinn hat: Leonie soll standesgemäß heiraten. Doch während Bille von einem Leben mit Adam träumt, schwärmt Leonie von einem mittellosen Künstler. – Ein Roman über das Leben von Glasmachern in Deutschland Anfang des 20. Jh., deren Streik durch den Einsatz von Maschinen ins Leere geht. Krings gelingt ein realistisches Bild der Zeit, des Ortes und der Gesellschaft. Die Dynamik und Spannung des Romans nähren sich aus dem Thema, den authentisch handelnden Figuren und den beiden Frauenschicksalen aus verschiedenen Schichten.
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Tage aus Glas
Dorothee Krings
HarperCollins (2025)
319 Seiten
fest geb.