Mut tut gut
"Elternsein ist eine Frage der Lebensart – individuell wie kulturell", behauptet das Autorenteam und sieht für die Kultur des Aufwachsens in Deutschland einen dringenden Veränderungsbedarf. Sie sei nämlich so beschaffen, dass die ungünstigen
Folgen für Kinder, Eltern und Gesellschaft überwiegen und der erregte öffentliche Diskurs die negativen Folgen noch bestärkt. Heutige Eltern fühlen sich einem enormen Leistungsdruck ausgesetzt. Doch nicht Perfektion, sondern Neugier, Durchhaltevermögen, Frustrationstoleranz und emotionale Intelligenz sind entscheidende Faktoren für die kindliche Entwicklung und unser künftiges gesellschaftliches Zusammenleben. Das Buch beschäftigt sich mit der Familie als fluidem kulturellen Konstrukt, der gesellschaftlichen Betreuungs- und Bildungsinfrastruktur, mit den Herausforderungen des Familienalltags und den Angeboten der Befähigungs- und Versorgungsindustrie. Das Fazit: Mut tut gut – für Eltern wie für Kinder. Vertrauen in die kindlichen Kompetenzen, weniger Kontrolle und mehr Gelassenheit im Erziehungsalltag: Damit kann Elternsein wieder unkomplizierter und freudvoller werden. Das fundierte Sachbuch, das zur Auseinandersetzung anregen möchte, wird für größere Bestände gerne empfohlen.
Gertrud Plennert
rezensiert für den Borromäusverein.
Mut tut gut
Norbert F. Schneider & Maria M. Bellinger
HarperCollins (2025)
270 Seiten
fest geb.