Schatten des Verrats
Nach ihrem Studium der Medizin in Salerno kehrt Miriam 1338 in ihre Heimat Deggenfeld zurück. Sie reist über Koblenz, wo Kaiser Ludwig IV. die besten Ärzte um sich versammelt. Hier beobachtet sie, wie ein Mönch und dessen Begleiter ihren einstigen
Spielkameraden ermorden. Der Sterbende gibt ihr eine Feder. In Deggenfeld wird sie Zeugin eines weiteren Mordes, auch dieser Tote hinterlässt eine Feder und wieder entdeckt sie den Mönch und dessen Kumpan. Ein Pogrom, das die Stadtoberen von Deggenfeld zu verantworten haben, überlebt sie zusammen mit ihrer Tochter, während ihre Großeltern sterben. Noch dazu erfährt sie erst jetzt, dass sie ein Findelkind war. Am Ende deckt Miriam ein Komplott der Kirche gegen Ludwig IV. auf. – Orontes erzählt in diesem gut recherchierten Roman mit seinen authentisch gezeichneten Figuren vom gefährdeten Leben der Juden im Mittelalter und gibt Einblicke in die damalige Heilkunst. Ein Glossar mit jüdischen Begriffen und den dramatis personae wie auch der Kurzüberblick über das Pogrom von Deggendorf 1338, an dem sich Orontes orientiert hat, runden diese spannende Lektüre ab.
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Schatten des Verrats
Peter Orontes
HarperCollins (2025)
Hiobs Tochter ; Teil 1
463 Seiten
fest geb.