Donnersonntage

Als Renate, verheiratet und Mutter des 10-jährigen Stefan, 1969 mit dem viel jüngeren Bauernsohn Raimund eine Liebesbeziehung beginnt, entfachen die beiden in dem kleinen Dorf im Westerwald, in dem sie leben, einen Skandal. Raimunds Eltern sind ebenso Donnersonntage entsetzt wie Renates Mutter, die aus Kummer über ihren nicht aus dem Krieg zurückgekehrten Mann tablettensüchtig geworden ist und wohl auch deshalb mit ihrer selbstbewussten Tochter nicht mehr zurechtkommt. Da Renate arbeiten muss und Stefans Vater kein Interesse an seinem Sohn hat, gelingt es Renates Mutter in ihrer Hilflosigkeit, ihren Enkel Stefan von Renate zu entfremden, erst recht, als Renate Mann und Kind zurücklässt, um zusammen mit Raimund in München zu leben. Lange versucht die inzwischen schuldig geschiedene Renate vergeblich, das Sorgerecht für Stefan zu erwirken. – Ein vor dem realistisch dargestellten politischen und sozialen Hintergrund der 1970er-Jahre geschriebener Roman. Die Dialoge und die häufige Verwendung des Präsens tragen dazu bei, das Geschehen und die Gemütslage der sensibel gezeichneten Figuren, die eine Entwicklung durchmachen, authentisch und unmittelbar wirken zu lassen.

Adelgundis Hovestadt

Adelgundis Hovestadt

rezensiert für den Borromäusverein.

Donnersonntage

Donnersonntage

Marie Molsberg
HarperCollins (2026)

412 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 625534
ISBN 978-3-365-01262-8
9783365012628
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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