Bo und die Wilde 26
Wenn Bo groß ist, möchte er Tierarzt werden wie sein Papa. Doch dass er dafür dicke Bücher lesen muss, findet er gar nicht gut, denn lesen mag er nicht. Doch sein Vater hat eine Überraschung für ihn: Ein Paket voller Mini-Buchstaben-Schafe. Mit
den Schafen kommt eine Aufgabe auf Bo zu. Er soll die 26 Minischafe zum höchsten Edelweiß auf dem Mupi-Berg bringen. Das gestaltet sich schwieriger als gedacht, denn immer wieder muss er Schafe einfangen, Gefahren aus dem Weg gehen, eine Nacht in den Bergen verbringen, einen Bach überqueren, ein Buchstabenrätsel lösen und die Schafe eine Felswand hochbringen. Am Ende schafft er es, als er verstanden hat, dass die Schafe in der Reihenfolge des ABCs geordnet ganz brav mit ihm mitlaufen. Nach der Geschichte erklärt Autorin Stefanie Taschinski, wie wichtig Lesen als Schlüsselkompetenz ist und welche Schwierigkeiten Kinder überwinden müssen, um Lesen zu lernen. Die Besteigung des Berges ist hier eine Metapher für das Lesenlernen, bei dem die Kinder Schritt für Schritt neue Fähigkeiten meistern müssen. Sie müssen die Buchstaben visuell unterscheiden, sie müssen sie miteinander verbinden, das Gelesene mit ihrem Vorwissen verknüpfen und durchlaufen die unterschiedlichsten Gefühle in diesem Prozess. Für jeden dieser Punkte gibt es im Buch ein passendes Kapitel. Auf jeder Seite wird die Geschichte durch lustige Illustrationen ergänzt, die das Verständnis des Inhaltes erleichtern. Eine lustige Geschichte über die Schwierigkeiten des Lesenlernens, die durch die Reimform, die einzelnen Etappen beim Aufstieg auf den Berg und die sehr süßen, wilden Buchstabenschafe ein kurzweiliges Lesevergnügen garantieren. Für alle Leseanfänger*innen zum Vorlesen oder später auch Selbstlesen bestens geeignet.
Ulla Hittmeyer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Bo und die Wilde 26
Stefanie Taschinski ; mit Bildern von Christiane Hansen
Arena (2026)
64 Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 6