Teufelsreigen
1505 hat Jakob Fugger seinen Zenit als überall in Europa erfolgreicher Kaufmann erreicht. Doch wird ihm sein Einfluss bei Hofe und beim Klerus geneidet: seine mit kostbaren Waren gefüllten Lager, angefangen in Venedig bis hin nach Augsburg, werden
nach und nach verwüstet oder verbrannt, seine Fuhren werden überfallen. Niemand traut sich noch, Fugger-Ware zu transportieren, und Fugger selbst muss um sein Leben fürchten. Nur seinen Boten Afra und deren Geliebten Herwart vertraut er noch. Sie spüren dem Geheimnis um die Überfälle auf Fuggers Lager nach, reisen von Ort zu Ort und riskieren dabei ihr Leben, denn überall, wo sie sind, ist auch der zwielichtige Zeno, der einst Afras Mutter ermordet hat und nicht nur Afra, sondern auch Fugger im Visier hat. Wenig glaubwürdig ist, dass sich Afra und Herwarth Zeno mehrmals mutig entgegenstellen und immer von ihrem ebenfalls „Fugger“ genannten Hund gerettet werden. Dies und die statisch verbleibenden Charaktere und deren wenig der beschriebenen Epoche angepasste Sprache sind dem eher auf Action als auf Historie zielenden Genre des Romans geschuldet. Dagegen beschreibt Dempf kenntnisreich die intrigante und gefährliche Welt der Kaufleute des 16. Jh.
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Teufelsreigen
Peter Dempf
Lübbe (2026)
Im Auftrag der Fugger
575 Seiten
kt.