Eine Frage der Ehre
Der in Princeton lehrende Philosoph will der "Ehre" als ethische Dimension wieder mehr Geltung verschaffen und stellt sie in einen Zusammenhang mit Achtung und Respekt, die für jeden Menschen von Bedeutung sind und zu seinen Grundbedürfnissen gehören.
Nicht durch Einsicht oder durch Vernunft, sondern durch einen neuen Ehrbegriff kommen Veränderungen bzw. moralische Revolutionen zustande, in denen menschenunwürdige Praktiken abgestellt werden. Als historische Beispiele beschreibt er das Ende des Duells, das Aufgeben der Praxis des Füßebindens in China und die Abschaffung der atlantischen Sklaverei und hofft, gegenwartsbezogen, durch eine Strategie der kollektiven Beschämung den Ehrenkodex in Bezug auf Ehrenmorde z.B. in Pakistan zu ändern. Es ist ein anregendes Buch, das im Schlusskapitel in einer Art "Theorie der Ehre" die wesentlichen Elemente der Funktionsweise von Ehre zusammenfasst, das aber doch den Zweifel lässt, ob die Umbrüche im Ehrbegriff die moralischen Revolutionen verursacht haben. - Für größere Bestände.
Helmut Eggl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Eine Frage der Ehre
Kwame Anthony Appiah
Beck (2011)
270 S.
kt.