Titanic
Wer erinnert sich nicht an den mitreißenden Film mit Kate Winslet und Leonardo di Caprio in den Hauptrollen und dem Titelsong von Celine Dion, der lange Jahre als erfolgreichster der Geschichte galt. Linda Maria Koldau versucht in ihrem Buch, die
vielen Legenden zu dieser Tragödie durch Fakten richtig zu stellen. So weist sie gleich zu Anfang darauf hin, dass es sich bei dem Untergang nicht um die größte Schiffskatastrophe aller Zeiten gehandelt hat. Danach zeigt sie die Hintergründe im Wettbewerb der Atlantikschifffahrt auf, die von Schnelligkeit, aber auch von Luxus bestimmt waren. Sie beschreibt die Konstruktion der Titanic, ergänzt durch Skizzen des Schiffsaufbaus und geht dann auf die Einteilung in drei Klassen ein. Sie räumt auch mit den im Film romantisch verklärten Leben in der dritten Klasse auf und zeigt, warum der Anteil der geretteten Passagiere in dieser Klasse der geringste ist. Danach nimmt die Autorin die Leser mit auf die Jungfernfahrt, zeigt das Leben an Bord und vermittelt die nautischen Fakten. Dazu gehören auch die Informationen über Eisberge, Eisfelder und Eiswarnungen. Die eigentliche Kollision nimmt im Buch eine vergleichsweise kurze Passage ein. Viel mehr befasst sich die Autorin mit den Reaktionen an Bord, den Schäden und den Folgen. Sehr ausführlich geht Linda Maria Koldau auf die Evakuierung in die Rettungsboote ein, bis schließlich das Schiff untergeht. Nach der Rettung von rund 700 Passagiere (von ca. 2.200) folgten die offiziellen Untersuchungen mit den Versuchen der Schadensbegrenzung. Auch die Entdeckung des Wracks wird in diesem Tatsachenbuch nicht vergessen. Für alle Leser, die sich irgendwann, sei es durch Filme oder Bücher für das Thema interessiert haben, ist dieses exzellent recherchierte und lebendig erzählte Buch, das deutlich aufzeigt, wo sich Legenden und Fakten trennen, unbedingt zu empfehlen.
Gerd Fleder
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Titanic
Linda Maria Koldau
Beck (2012)
303 S. : Ill., Kt.
fest geb.