Die Normannen
Skandinavische Wikinger, die das Christentum und die französische Sprache übernahmen, setzten sich im 10. Jahrhundert in der Normandie fest, eroberten 1066 England und gründeten erfolgreich neue Staaten im Mittelmeerraum (Königreich Sizilien und
Süditalien, Fürstentum Antiochia). Diese Erfolge wurden zwar durch eine Fülle von politischen Faktoren (u.a. Schwäche der Könige, Rivalität zwischen Kaiser, Papst und Byzanz, Kreuzzüge) begünstigt, die aber nicht erklären, warum die Normannen als zahlenmäßig dünne Herrenschicht ihre Eroberungen dauerhaft behaupten konnten. Der Autor verweist auf ihre hohe Anpassungsfähigkeit und den Integrationswillen, die zu einer Vermischung mit der einheimischen Bevölkerung und nach spätestens 100 Jahren zu einer neuen Identität geführt hätten. Einerseits haben die Normannen die Geschichte des Mittelalters mitgeprägt, andererseits geht ihre eigene Kultur bald in den vielen anderen auf. Die vorliegende Studie liefert nicht nur einen kompakten Überblick über die politische Geschichte der "Nordmannen", sondern zugleich historisch interessante Beispiele für den Umgang mit kultureller Vielfalt, Integration und Assimilation.- Für ausgebaute Bestände empfohlen.
Johann Book
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Normannen
Hubert Houben
Beck (2012)
Beck'sche Reihe ; 2755 : Wissen
128 S. : Kt.
kt.