Die Welt zur Zeit Jesu

Wer Jesus und die Geschichte der ersten Christen verstehen will, sollte sich nicht nur das jüdische Erbe, sondern auch das römische Umfeld vergegenwärtigen. Dazu möchte dieses Buch des Althistorikers W. Dahlheim beitragen. Es stellt Jesus und die Die Welt zur Zeit Jesu Apostel in den geschichtlichen wie kulturellen Großraum ihrer Zeit, bleibt dabei aber stets auf dem Boden dessen, was der Geschichtswissenschaft mit ihren Methoden zugänglich ist. Das Feld dafür ist weit, es reicht von den provinzialrömischen Verhältnissen in Palästina über die innere Ordnung des Imperium Romanum und die kaiserliche Herrschaft bis hin zu den Kontaktzonen mit den fremden Völkern Persiens und Germaniens; es umfasst die (spät)antiken Lebensformen und Mentalitäten ebenso wie die Religionen und Kulte im Reich sowie die heidnische und christliche Literatur der Zeitenwende. Wenn allerdings im Kapitel "Der Sieg des Gekreuzigten" die Anfänge der Reichskirche miteinbezogen werden, ist der selbstgewählte Rahmen der Zeit Jesu schon weit überschritten. Hier schleichen sich dann auch erhebliche Mängel ein: Die "Vergöttlichung Jesu" in den ersten großen Konzilien wird auch historisch nicht annähernd in ihren wirklichen Motivationen erfasst. So ersetzt das Buch keine gute Kirchen- und Dogmengeschichte; es ist aber für die Zeit der Anfänge des Christentums durchaus ein guter Wegweiser durch das Geflecht der antiken Kultur.

Richard Niedermeier

Richard Niedermeier

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Die Welt zur Zeit Jesu

Die Welt zur Zeit Jesu

Werner Dahlheim
Beck (2013)

491 S. : zahlr. Ill. und Kt.
fest geb.

MedienNr.: 576104
ISBN 978-3-406-65176-2
9783406651762
ca. 26,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Re
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