Kafkas Werkstatt
Zu Kafkas 100. Todestag erscheint eine Vielzahl von Büchern, die sich mit dem berühmten Schriftsteller befassen. Kilcher, der als Professor in Zürich Literatur- und Kulturwissenschaften lehrt, geht es nicht um eine weitere Ausleuchtung von Kafkas
Biografie oder eine Interpretation seiner Werke. Er stellt den Schriftsteller bei der Arbeit in den Mittelpunkt. Er untersucht den Zusammenhang von Kafkas Lesen und Schreiben. Kafka las nicht nur Bücher, sondern auch eine Unzahl von Zeitschriften zu unterschiedlichen Themen. So ist sein Schreiben immer auch eine Auseinandersetzung mit Gelesenem und Erlebtem. Am Beispiel der Erzählung „Der Hausvater“ erläutert Kilcher Kafkas Arbeitsweise. Er zeigt die Struktur des Textes und kontextuelle Verweise auf. Vier eigene Kapitel sind Themen und Motiven gewidmet, die in Kafkas Werken zu finden sind: Psychoanalyse, Marxismus, Zionismus und Okkultismus. – Zahlreiche Anmerkungen und ein Personenregister ergänzen Kilchers Studie, die die Arbeit von zwei Jahrzehnten zusammenträgt. Für eine wissenschaftlich interessierte Leserschaft.
Susanne Emschermann
rezensiert für den Borromäusverein.
Kafkas Werkstatt
Andreas Kilcher
C.H.Beck (2024)
302 Seiten : Illustrationen (überwiegend farbig)
fest geb.