In der Ruhe liegt der Wahnsinn
Adam und Evelyn stecken in einer Paarkrise, weil sie keine Kinder bekommen können. Da meldet Evelyn Adam zu einem zehntägigen Kurs in der buddhistischen Vipassana-Meditation an. Das bedeutet: 10 Tage Schweigen, jeden Tag 12 Stunden meditieren, karge
Mahlzeiten. Während Adam die Konzentration auf die Atmung lenken soll, jagen pausenlos Gedanken "wie eine Affenherde" durch sein Gehirn, bald fühlt er sich wie ein "Wrack aus Weh, Wut und Wirrnis" und hat große Schmerzen im Körper. Doch allmählich kommt er zur Ruhe, spricht mit dem Kursleiter in sog. "Damma-Diskursen", verbessert die Körperwahrnehmung und trotz emotionaler Ausbrüche verspürt er eine Reinigung des Geistes. Er steht den Kurs durch und hat dabei gelernt, mehr in sich selbst hineinzuhören, dabei aber auch die Liebesfähigkeit zu verbessern. Da schon vor dem Kurs eine künstliche Befruchtung gelungen ist, kann er jetzt voll Freude auf die Geburt warten, die dann auch gelingt. Der in England geborene, seit 2010 in Berlin lebende Autor schreibt in betont lockerem Stil, hinter dem aber immer ein großer Ernst zu spüren ist. Besonders empfohlen allen Lesern, die schon Meditations-Kurse gemacht haben oder dies beabsichtigen, und das werden immer mehr.
Michael Mücke
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
In der Ruhe liegt der Wahnsinn
Adam Fletcher ; aus dem Englischen von Ingo Herzke
C.H.Beck (2025)
269 Seiten
fest geb.