Die Schrecken der anderen
Schibig verlässt seine Wohnung nicht gerne und begnügt sich mit seiner Arbeit im Polizeiarchiv. Doch als seine Kollegen eine eingefrorene Leiche im örtlichen See als Unfall zu den Akten legen, ist sein detektivisches Interesse geweckt. Mithilfe
von Rosa, einer auf den ersten Blick etwas schrulligen älteren Dauercamperin, nimmt er die Ermittlungen auf. Stück für Stück entdeckt Schibig, dass früher bei weitem nicht alle Bewohnerinnen und Bewohner der Schweizer Region einen Einmarsch des nationalsozialistischen Deutschlands gefürchtet hatten. Seitdem blühen die damals entstandenen Strukturen unbemerkt weiter und können aus Sicht von Rosa nur mit hartnäckiger und unkonventioneller Recherche zur Rechenschaft gezogen werden. – Die Krimihandlung rund um die Leiche im See dient eher als Aufhänger für die Aufarbeitung des historischen Erbes und die Bemühungen, mit allen Mitteln Gerechtigkeit zu erzielen. Trotz der stellenweise etwas überzeichneten Charaktere scheint das zugrundeliegende Szenario erschreckend möglich. Gerne zu empfehlen!
Die Schrecken der anderen
Martina Clavadetscher
C.H.Beck (2025)
333 Seiten
fest geb.