Entscheidung in Spanien
Im Frühjahr 1936 putschen nach dem Wahlsieg der Volksfront in Spanien erzkonservative und faschistische Militärs gegen die Republik. Freiwillige aus der ganzen Welt reisen nach Spanien und kämpfen für die Republik, während Hitler die Putschisten
unterstützt und den Luftwaffenverband „Legion Condor“ nach Spanien schickt, der u.a. in Guernica die ersten Flächenbombardements der Geschichte gegen die Zivilbevölkerung durchführt. Auch Künstler wie Pablo Picasso, Intellektuelle wie Simone Weil, Schriftsteller wie Ernest Hemingway oder Fotografen wie Robert Capa stehen auf der Seite der Republikaner und kämpfen vor Ort mit dem Gewehr, der Schreibmaschine oder dem Fotoapparat, ehe nach drei Jahren und einer halben Million Toten die Faschisten siegen und Generalissimo Franco die Macht übernimmt. – Der renommierte Spanienkenner Paul Ingendaay erzählt sehr lebendig und engagiert die Geschichte dieses grausamen Krieges, der bis heute in Spanien nachwirkt, in Form eines Tagebuchs. Ein besonderer Schwerpunkt des Buches ist die Rolle und die Einflussnahme der Künstler und Literaten, von denen manche, auch Picasso oder Thomas Mann, erst sehr spät oder lange zögernd aktiv Partei ergriffen. In Deutschland hat die Reflexion dieses Krieges erst spät begonnen, die Scham über die Rolle Deutschlands und die oft unverhohlene Sympathie mit dem Diktator haben dazu geführt, dass die Nachkriegsgenerationen nur wenig mehr als ein Halbwissen über diesen Krieg haben. – Die „Entscheidung in Spanien“ ist für viele Leser daher auch ein sehr guter Einstieg ins Thema. Empfehlung!
Michael Sanetra
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Entscheidung in Spanien
Paul Ingendaay
C.H.Beck (2026)
351 Seiten : Illustrationen
fest geb.