Allein auf dem Meer
Bei einem Orkan vor der Küste Marokkos kann sich der 16-jährige Bill in ein kleines Beiboot retten und treibt nun auf dem offenen Meer. Er findet die gleichaltrige Aya, die vor einem Warlord geflohen ist und nun halbtot in einer Tonne dümpelt. Gemeinsam
in dem kleinen Boot landen sie nach vielen entbehrungsvollen Tagen auf einer kleinen Insel, auf der auch schon ein junger Mann gestrandet ist, der mit dem Warlord in Verbindung stand. Bill und Aya rüsten sich notdürftig aus und wagen eine erneute gefährliche Expedition in Richtung Festland. Die Handlung verläuft von einem gefährlichen Zufall zum nächsten und alle Ereignisse werden gnadenlos brutal geschildert. Selbst die Geschichten, die Aya zwischendurch erzählt, passen in diese Stimmung. Die Geschichte ist recht leicht zu lesen und auch überwiegend gut zu verstehen und sie hat ein halb offenes, aber dennoch gedämpft optimistisches Ende. Obwohl man in diesem Buch durchaus Andeutungen von Freundschaft und Hilfsbereitschaft finden kann, beherrschen Überlebenskampf und Rücksichtslosigkeit die Geschichte. Deshalb kann sie nicht für alle Leser/-innen ab 12 Jahren empfohlen werden.
Emily Greschner
rezensiert für den Borromäusverein.
Allein auf dem Meer
Christ Vick ; aus dem Englischen von Wieland Freund und Andrea Wandel
Beltz & Gelberg (2022)
270 Seiten
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 11