Der Maulwurf sucht das Meer
Sommer, Sonne, Freizeit. Eigentlich müsste der kleine Maulwurf das Buddeln üben, denn darin ist er nicht gut. Aber er ist nicht motiviert; stattdessen möchte er eine Schildkröte, die sich seiner Meinung nach verlaufen hat, zum Meer begleiten. Doch
der Weg ist weit und wirkt zunehmend gefährlich. Da erinnert er sich an seine Maulwurfsfähigkeit, das Graben, und motiviert legt er los. Sein Weg durch die Erde ist ziemlich wirr und immer wieder kommt er an falschen Orten heraus: dem Badezimmer der Bärenfamilie, dem großen Freibad, der Gartenparty – ein großes Vergnügen für die Betrachter:innen. Doch unverdrossen macht er weiter, immer mit der Schildkröte im Schlepptau, bis das Meer endlich erreicht ist. Nach einer schönen Zeit dort droht vermeintlich der Abschied, doch dann stellt sich heraus, dass das Meer gar nicht der Lebensraum der Schildkröte ist, sie ist eine Waldschildkröte. Auch wenn der lange Weg ein unerwartetes Ergebnis hat, musste er offenbar gegangen werden, sonst wären die beiden nicht zu Freunden geworden und der Maulwurf hätte das Buddeln nicht gelernt. Die Illustrationen, in einem sehr weichen, behutsamen und einfühlsamen zeichnerischen Stil gehalten, vermitteln den Weg sehr humorvoll. Nicht nur, dass die beiden sich stets an unpassenden Orten am Ziel glauben, auch unterwegs gibt es viel zu bestaunen, denn es leben recht viele Tiere unter der Erde. So wird die Weggeschichte zu einem wunderschönen Freundschaftsabenteuer und zu einer visuellen Fundgrube. Schönes Fazit auch: Eigenschaften und Fähigkeiten isoliert zu üben, ist weniger effektiv, als damit ein konkretes und lustvolles Ziel zu verfolgen. – Für Kinder ab 5 Jahren nachdrücklich und breit empfohlen.
Birgit Karnbach
rezensiert für den Borromäusverein.
Der Maulwurf sucht das Meer
Sang-keun Kim ; aus dem Koreanischen von Kyong-Hae Flügel
Beltz & Gelberg (2025)
[56] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 5