Wo kommen die Worte her?

Nach einigen Vorgängerbänden (zuletzt "Großer Ozean", Neuausg. 2006) legt Hans-Joachim Gelberg in bewährter Manier eine neue Lyrikanthologie für Kinder vor. Der Titel, der einem Gedicht von Marie Luise Kaschnitz entnommen ist, war für über 100 Wo kommen die Worte her? Autoren und Autorinnen eine willkommene Einladung, sich mit ihren poetischen Texten an dieser staunenswerten Sammlung zeitgenössischer Gedichte zu beteiligen. Zeitlich gesehen beginnt die Sammlung mit Texten von Ringelnatz, Morgenstern und Brecht, der Schwerpunkt liegt allerdings ganz eindeutig auf ganz aktuellen Gedichten bekannter und unbekannter Autoren nach 2000. Der Reiz der Sammlung liegt im Nebeneinander ganz unterschiedlicher Textformen und Inhalte. Man findet Hintergründiges und Schräges neben Ernsthaftem und Nachdenklichem, Rätselhaftes steht neben dem Komischen, klassisch Gereimtes wird genauso berücksichtigt wie andere Formen der Poesie. Auffällig ist nicht nur die typografisch sehr abwechslungsreiche Gestaltung der Seiten, sondern auch die Auswahl der Illustrationen, die auf ihre ganz eigene Weise nach der Herkunft der Wörter fragen und so, wie die Gedichte auch, Kindern die Tür zur spannenden Welt der Sprache öffnen können. Naturgemäß kann man für ein solches Buch kein spezielles Lesealter festsetzen. Es braucht bei jüngeren Kindern sicherlich einen Erwachsenen als Vor- oder Mitleser. Jeder, der sich auf das Abenteuer Sprache einlassen will, wird den wunderbaren Gedichtband immer wieder von Neuem in die Hand nehmen.

Angelika Rockenbach

Angelika Rockenbach

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Wo kommen die Worte her?

Wo kommen die Worte her?

hrsg. von Hans-Joachim Gelberg
Beltz & Gelberg (2011)

262 S. : zahlr. Ill. (überw. farb.)
fest geb.

MedienNr.: 349535
ISBN 978-3-407-79986-9
9783407799869
ca. 24,95 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 9
Systematik: K
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