Der Brief von Papa

"Der Brief von Papa" ist der zweite Band von "Rosie und Moussa" (s. BP/mp 13/693), dem hoffentlich noch weitere folgen werden, aber er ist auch ohne Kenntnis des ersten Bandes ohne Abstriche verständlich. Rosie findet in diesem Buch heraus, wo ihr Der Brief von Papa Vater ist, und bekommt Gelegenheit, ihn zu besuchen. Nur ihre Mutter darf davon nichts wissen, sie würde es verbieten. - Eine so einfach wie packend erzählte Geschichte über Rosie - ihren Vater, der ihr so schmerzlich fehlt, ihre Mutter, die nicht mehr über ihn sprechen will, ihren Freund Moussa, der selbstverständlich zu ihr hält, und Frau Himmelreich, die die Rolle der erwachsenen Bezugsperson übernimmt, wo Rosies Eltern dies nicht können. Die Erzählweise ist reduziert, klar und direkt und dabei außerordentlich dicht und poetisch. Die Handlung und die Protagonisten kommen dabei ohne viele Erklärungen aus und nehmen dabei so vielschichtig wie nachvollziehbar Gestalt an. Die schwarz-weißen Strichzeichnungen ergänzen diesen Text hervorragend und erzählen einen Teil dessen, was im Text ungesagt bleibt. Die Gestaltung räumt diesen ebenfalls einfachen und dabei ausdrucksstarken Zeichnungen viel Raum ein, so dass sie ihre Wirkung voll entfalten können. Der Autor und die Zeichnerin nehmen ihre Protagonisten und Leser ernst, ohne sie zu überfordern. Dieser Band ist ein Glücksgriff der Kinderliteratur.

Annette Jantzen

Annette Jantzen

rezensiert für den Borromäusverein.

Der Brief von Papa

Der Brief von Papa

Michael De Cock & Judith Vanistendael
Beltz & Gelberg (2014)

Rosie und Moussa
88 S. : zahlr. Ill.
fest geb.

MedienNr.: 397776
ISBN 978-3-407-82045-7
9783407820457
ca. 9,95 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 8
Systematik: K
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