Die Woche der Trödeltiere
Kinder haben ein anderes Zeitgefühl als Erwachsenen, staunen über viele kleine Dinge am "Wegesrand" und können sich spontan in neuen Spielsituationen verlieren, ohne die Zeit im Blick zu haben. Und das ist auch gut so. Auch Pablo hat es in vorliegender
Geschichte mit seiner "durchgeplanten" Mutter Henriette nicht immer leicht, seinem spontanen Spieltrieb zu folgen. Der Alltag ist von früh bis spät strukturiert: nach der Kita jeden Nachmittag eine andere fremd-organisierte Aktivität. Da hilft nur trödeln mit Hilfe eines besonderen Trödelzaubers, der Pedro zur kriechenden Kröte, zur ruhigen Raupe und zum flapsigen Faultier werden lässt. Doch Mama ist genervt, dass sie Pablo ständig drängen muss. Aber am Sonntag erwischt der Trödeltierzauber doch tatsächlich auch Mama und die beiden verbringen einen entspannten Tag im Zoo. - Mit Hilfe der selbsterdachten Trödeltiere erwehrt sich das Kind erfolgreich den elterlichen Zeitstrukturen, schafft Entschleunigung und richtet das Augenmerk auf die Wichtigkeit des freien, selbstvergessenen Spiels. Ein wichtiges Bilderbuch, in dem die witzigen, detailreichen Illustrationen viel Raum für hingebungsvolles Betrachten ohne Zeitdruck einfordern. Und wie wir schon bei Willi Wiberg gelernt haben, dass das "Ich will nur noch..." sehr wichtig ist für die kindliche Entwicklung.
Die Woche der Trödeltiere
Martin Klein. Mit Bildern von Cornelia Haas
Boje (2016)
[14] Bl. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 4