Jung im Kopf
Der Braunschweiger Neurobiologe Martin Korte (*1964) beschreibt zunächst anschaulich und auch verständlich - zumindest, wenn man sich als Laie mit den anatomisch-chemischen Fachausdrücken der Medizin ernstlich abzugeben bereit ist - Aufbau und Funktionsweise
des menschlichen Gehirns und seiner Teile und setzt dann den Schwerpunkt der Darstellung auf den Prozess der Alterung seiner Funktionen im Laufe der Lebensalter des Menschen. Dabei kann er tröstlicherweise das Ammenmärchen vom Schwächerwerden des alternden Gedächtnisses aus der Welt schaffen, weist - auf der Grundlage neuerer fundierter Forschungsergebnisse aus aller Welt - stattdessen nach, dass gewisse Fähigkeiten des Menschen (z.B. das sinnvolle Gedächtnis, das Gefühlsleben, die Weisheit und Klugheit) sich zwar ändern, aber dann sogar zunehmen, wenn man die entsprechenden Hirnfunktionen und -areale in jungen Jahren entsprechend einübt (und natürlich die typischen Alterskrankheiten Alzheimer und Demenz ausbleiben). Die Gesellschaft sollte aufgrund neuerer Erkenntnisse der Hirnforschung manche Regeln des sozialen Zusammenlebens ändern, meint der Autor abschließend. Das Werk ist eine tröstliche Lektüre für manche alternden Menschen, sollte aber v.a. von jungen gelesen werden, die ihre Lebensgewohnheiten noch rechtzeitig und sinnvoll so einüben können, dass sich ihr alterndes Gehirn einmal gesund entwickeln kann. - Für alle Büchereien also dringend zu empfehlen.
Georg Bergmeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Jung im Kopf
Martin Korte. In Zsarb. mit Gaby Miketta
Dt. Verl.-Anst. (2012)
327 S. : Ill., graph. Darst.
fest geb.