Der Duft von Erde und Zitronen
In einem Dorf in Süditalien muss die 11-jährige Imma mit ansehen, wie ihre Mutter überfahren wird. Der Schock sitzt so tief, dass Imma zwei Jahre lang nicht mehr spricht. Sie wird in der Schule zur Außenseiterin und geht bald ihrer eigenen Wege
- und die führen in die Umgebung des Dorfes. Auf einem ihrer Streifzüge wird sie Zeugin einer Vergewaltigung an einer Gleichaltrigen. Der Täter, Enzino, ist der Sohn des örtlichen Camorra-Bosses. Als sie selbst sich eines Tages Enzinos Übergriffen in Notwehr widersetzt und ihn ermordet zu haben glaubt, bringt die Familie Imma zu einer Tante im Norden, doch auch hier ist sie vor der Mafia nicht sicher. Der Plot erhält seine ungebrochene Spannung und Dynamik durch die vielen mosaikartigen Versatzstücke, die aus der Sicht der Protagonistin geschildert werden. Die einfache, mit Bildern versetzte Sprache spiegelt realistisch das bedrohliche Leben in einem italienischen, von der Camorra beherrschten Dorf wider, in dem Kinder frühzeitig zu Erwachsenen werden müssen, um überleben zu können. Auch schon für Jugendliche geeignet. (Übers.: Peter Klöss)
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Der Duft von Erde und Zitronen
Margherita Oggero
Dt. Verl.-Anst (2012)
311 S.
fest geb.