Cold Spring Harbor
Seiner labilen Frau zuliebe gibt Charles Sheppard den Militärdienst auf und zieht mit ihr in ein kleines Haus auf Long Island. Ihr Sohn Evan wird durch seine frühe Heirat mit Mary gezwungen, in einer Werkzeugmaschinenfabrik zu arbeiten. Als die Ehe
nach der Geburt der gemeinsamen Tochter zerbricht, verfällt er in Passivität. Schließlich beginnt er zu planen, möchte Maschinenbau studieren. Doch der Zufall bringt ihn mit Rachel zusammen, die ihn bewundert. Die neuerliche Heirat lässt ihn wieder seine Pläne verschieben. Alles wäre gut, zögen sie nicht mit Rachels exaltierter, um Bewunderung buhlender Mutter zusammen in ein Haus. Dann begegnet Evan Mary wieder ... - Richard Yates durchschaut seine Figuren, deckt ihre Träume und Lebenslügen auf, doch er verurteilt sie nicht. In schnörkelloser Sprache zeichnet er ein meisterhaftes Porträt der amerikanischen Gesellschaft in den 40er Jahren. Dieser letzte von Yates (1926-1992) vollendeter Roman (in den USA erstmals 1986 veröffentlicht) ist unbedingt zu empfehlen. (Übers.: Thomas Gunkel)
Tina Schröder
rezensiert für den Borromäusverein.
Cold Spring Harbor
Richard Yates
Dt. Verl.-Anst. (2015)
235 S.
fest geb.