Eine neue Geschichte des Lebens
Katastrophen beeinflussten die Entwicklung des Lebendigen stärker als die Evolution und andere Faktoren. Vor dem Hintergrund dieser These schreiben zwei renommierte amerikanische Wissenschaftler auf Basis jüngster Forschungsergebnisse (z.B. neuer
Disziplinen wie der Astrobiologie oder Geobiologie) diese "neuen Geschichte des Lebens". In den 20 Kapiteln werden zahlreiche überkommende Lehrmeinungen über Bord geworfen, wie beispielsweise die Vorstellung von der "Ursuppe". Die Autoren halten es für wahrscheinlich, dass das Leben auf dem Mars entstanden ist und mit Meteoriten auf die Erde kam. Der Leser wird mit Hypothesen, Modellen und Spekulationen bombardiert, Forschungsgeschichte und -kontroversen werden über viele Seiten ausgebreitet. Das alles liest sich sehr mühsam, zumal die Darstellung gespickt ist mit Fachtermini (ein Glossar fehlt!), die nur dem naturwissenschaftlich vorgebildeten Leser einigermaßen geläufig sein können. Sollten die Autoren beabsichtigt haben, ihre neue Sicht auf die Evolution einem breiten Publikum verständlich zu machen, dann muss dieses Vorhaben als gescheitert betrachtet werden. Dieser anspruchsvollen Neuerscheinung entgleitet angesichts seiner Detailverliebtheit zu oft der berühmte rote Faden, und nicht zuletzt deshalb eignet sie sich allenfalls für Büchereien mit einem ausgebauten naturwissenschaftlichen Bestand.
Eine neue Geschichte des Lebens
Peter Ward und Joe Kirschvink
Dt. Verl.-Anst. (2016)
543 S. : Ill.
fest geb.