Vier Häuser und eine Sehnsucht
Jerusalem, kurz nach der Ermordung Jizchak Rabins: Das Land wird von Terroranschlägen erschüttert, ein Frieden ist in weite Ferne gerückt. Und dennoch lebt man, im Mikrokosmos einer Jerusalemer Vorstadt, sein relativ ruhiges Leben im relativ friedlichen
Miteinander: Da sind die Studenten Amir und Noa, die sich mit Sima und Mosche eine Wasserleitung teilen und von denen jeder seine mehr oder wenigen existentiellen Sorgen und Nöte hat. Oder der arabische Maurer Ssadeq, dessen Mutter immer noch von der Heimat träumt. Oder Jotam, dessen großer Bruder Gidi vor kurzem im Libanon gefallen ist. Es ist eine unspektakuläre Welt, die nur allmählich die großen politischen Änderungen im Lande miterlebt und die der Autor mit gekonnter Feder und großer Milieukenntnis beschreibt. Gleichzeitig zeichnet er ein Bild des modernen Israel, dieses multikulturellen Landes, das trotz aller Konflikte zwischen arabischer und jüdischer Kultur, Liberalismus und Fundamentalismus, gelernt hat und immer noch lernt, auf engem Terrain ein Zusammenleben zu arrangieren. Überall zu empfehlen. (Übers.: Anne Birkenhauer)
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Vier Häuser und eine Sehnsucht
Eshkol Nevo
Dt. Taschenbuch-Verl. (2007)
dtv ; 24564 : dtv-premium
435 S.
kt.