Die fremde Tochter
Als Cho, der berühmte Teezeremonienmeister aus Paris, für das Mädchen Lin eine Teezeremonie zelebriert, ahnt er noch nicht, dass diese Begegnung seine wohlgeordnete Welt mit ihren strengen Regeln der Teezubereitung komplett durcheinander bringen
wird. Lin kommt ihm verwirrend vertraut vor und als sie beim Abschied "Vater" zu ihm sagt, erinnert er sich. Kann sie seine Tochter sein? Er erinnert sich an seine Lehrzeit auf den Teeplantagen in China, an das Mädchen Emilie, das er so sehr geliebt hat. Von einem auf den anderen Tag hat er sie verloren und hat sie nie mehr wiedergesehen, aber sein Leben lang nicht vergessen. Lin ist ihr wie aus dem Gesicht geschnitten und auch sie hat er gehen lassen. Jetzt macht er sich auf die Suche nach seiner Tochter und hofft durch sie auch seiner großen Liebe Emilie wieder zu begegnen. In Kapiteln, die sich an einem alten chinesischen Gedicht zur Teezubereitung orientieren, wird die Familiengeschichte aufgerollt, abwechselnd in Rückblicken in die Vergangenheit und im Fortschreiten der Suche in der Gegenwart, bis sich die Puzzleteile zu einem Ganzen fügen und ein schreckliches Familiengeheimnis enthüllen. Dichter Roman voller Spannung und Leidenschaft, der Familienroman und Thriller geschickt miteinander verbindet.
Christiane Kühr
rezensiert für den Borromäusverein.
Die fremde Tochter
Anja Jonuleit
Dt. Taschenbuch-Verl. (2013)
dtv premium ; 24945
394 S.
kt.