Athen, Paradiesstraße
Als kommunistische Widerstandskämpferin im griechischen Bürgerkrieg muss Antigone Perifanes Ende der 1940er Jahre ihre Heimat verlassen und ihren 3-jährigen Sohn Nikitas in die Obhut ihrer Schwester und deren regimetreuen Mannes geben. Nikitas wird
gesagt, seine Eltern seien tot, doch noch Jahrzehnte später gibt der inzwischen erfolgreiche Journalist seine Suche nach seiner Mutter nicht auf. Erst, als er tödlich verunglückt, wird seiner Frau klar, dass Nikitas kurz vor seinem Tod das Geheimnis um seine Mutter gelüftet hat. - Dadurch, dass Zinovieff die Figuren der Mutter und der Frau des Verstorbenen abwechselnd über ihre Erlebnisse und Gedanken berichten lässt, gelingt es ihr, neben der Romanhandlung auch ein Stück griechischer Zeitgeschichte zu schreiben. Die privaten und politischen Aktionen ihrer sensibel gezeichneten Figuren harmonieren mit der Zeit, in der sie leben. Eine Übersicht über die historischen Ereignisse und die Danksagung der Autorin an die Menschen, deren private Erlebnisse sie zu dem Roman inspiriert haben, lassen auf eine aufwändige Recherche der Autorin für den Roman schließen. Sehr empfehlenswert. (Übers.: Eva Bonné)
Adelgundis Hovestadt
rezensiert für den Borromäusverein.
Athen, Paradiesstraße
Sofka Zinovieff
Dt. Taschenbuch-Verl. (2013)
dtv premium ; 24969
414 S.
kt.