Maikäferjahre
Die Zwillinge Anni und Tristan sind sich seit ihrer Kindheit sehr nahe. Der Zweite Weltkrieg trennt sie zwar räumlich, aber ihre Seelen bleiben stets eng verbunden. Tristan ist als Kampfflieger an der englischen Küste eingesetzt, Anni wartet in Dresden
auf die Geburt ihres Kindes, das sie zusammen mit Fritz, der an der Ostfront eingesetzt ist, erwartet. Als Tristans Flieger vom Gegner getroffen wird und er in englische Kriegsgefangenschaft gerät, ist es nicht das einzige Mal, dass Tristan dem Tod gerade noch entrinnt. Doch Anni spürt, dass Tristan lebt, und auch Tristan ist sich sicher, dass Anni es geschafft hat, aus dem brennenden Dresden zu entkommen. Rosalie, eine junge Krankenschwester, pflegt den schwerkranken Tristan hingebungsvoll, obwohl sie damit beim Rest des Lazaretts auf Ablehnung stößt. Es entwickelt sich eine verhängnisvolle Liebe, die mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Auch Anni muss Entscheidungen treffen. Als sie mit Adam, einem berühmten Geiger mit halbjüdischen Wurzeln, und ihrer kleinen Tochter aus dem zerbombten Dresden flieht, muss auch sie sich fragen, wie sie ihre kleine Familie retten kann. – Eine berührende, mahnende Geschichte zwischen Schuld und Vergebung, Leben und Überleben. Sarah Höflich zeichnet wunderbare, nahbare Charaktere, deren Schicksale spannend zu verfolgen sind und die zwiespältigen Gefühle, denen sich viele Menschen in der Zeit vor dem Ende des Krieges und den Nachkriegsjahren ausgesetzt sahen, anschaulich verdeutlichen. Es ist und bleibt immer wichtig, die Erinnerung an diese schlimme Zeit wachzuhalten. Mit dieser emotionalen und berührenden Liebegeschichte inmitten schwerer Zeiten ist dies wunderbar gelungen. Absolute Empfehlung!
Sonja Gast
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Maikäferjahre
Sarah Höflich
dtv (2025)
462 Seiten
fest geb.