Die zehntausend Dinge

Als dieser, dem modernen rationalen Denken so befremdlich andersartige Roman der in Java geborenen holländischen Autorin 1955 erstmals erschien, erregte er großes Aufsehen. Nun ist er in einer deutschen Neuübersetzung (von Bettina Bach) wieder zugänglich. Die zehntausend Dinge Er erzählt die Geschichte einer Frau, die ähnlich wie die Verfasserin in der ehemaligen holländischen Kolonie geboren wurde, nach kurzem Aufenthalt in Holland wieder zurückkehrt und dort ihr restliches Leben im Einklang mit der tropischen, alle Sinne betörenden Natur und den magischen Lebensvorstellungen der Einheimischen verbringt. Entgegen der dringenden Warnung ihrer Großmutter wurde sie Felicia, die Glückliche, genannt. Zu Unrecht, denn beinahe alle Menschen, zu denen sie in näherer Beziehung steht, so auch ihr eigener Sohn, sterben eines gewaltsamen Todes. Aber diese Todesfälle, die in jeweils eigenen Kapiteln fast wie nebenbei erzählt werden, stehen nicht, wie man vermuten würde, im Zentrum. Der Mensch ist nur ein (marginaler) Teil der Schöpfung, die sich in wunderbarer Weise in "zehntausend Dingen" manifestiert. Dieser Einsicht vor allem huldigt der Roman in beinahe überbordend detailreichen Naturschilderungen in einer nuancenreichen poetischen Sprache.

Die zehntausend Dinge

Die zehntausend Dinge

Maria Dermoût
Dt. Taschenbuch-Verl. (2016)

263 S. : Ill., Kt.
fest geb.

MedienNr.: 586680
ISBN 978-3-423-28091-4
9783423280914
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
Diesen Titel bei der ekz kaufen.