Die Erfindung des Countdowns
Schon als Kind interessiert sich Hermann Oberth für die Astronomie und den Weltraum. Sein Medizinstudium, das er auf Wunsch seines Vaters, der selber Arzt ist, aufnimmt, bricht er ab, um Physik zu studieren. Doch er hat Pech: Seine Dissertation über
die Einsetzbarkeit von Raketen in der Raumfahrt wird abgelehnt, da es unter den Professoren keinen Experten zu diesem Thema gibt. Dennoch veröffentlicht Oberth, der nun als Gymnasiallehrer sein Geld verdient, sein Manuskript, das zum großen Erfolg wird. Oberth forscht weiter auf dem Gebiert der Raketentechnologie und lernt dabei auch Wernher von Braun kennen. Als die Nationalsozialisten eine Raketenwaffe entwickeln wollen, wird Oberth als Experte hinzugezogen. Auch nach dem Krieg ist er ein gefragter Raketenspezialist und arbeitet unter anderem in den USA, wohin ihn Wernher von Braun beruft. - Daniel Mellem ist mit seiner Romanbiographie ein Buch gelungen, das nicht nur spannend zu lesen ist. Mit viel Sachkenntnis hat Mellem, der selber studierter Physiker ist, die Geschichte eines Mannes geschrieben, der mit seiner Arbeit zum Spielball der Politik wird, und sich, um seinen Traum zu verwirklichen, auch zu fragwürdigen Zwecken ausnutzen lässt. Sehr lesenswert.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Erfindung des Countdowns
Daniel Mellem
dtv (2020)
286 Seiten
fest geb.