Ich, Sperling
Das spanische Carthago Nova im vierten nachchristlichen Jahrhundert. In einem Bordell lebt ein Waisenjunge als Küchen-Sklave mehr schlecht als recht. Alle leiden unter der Brutalität des Besitzers. Nur die ebenso kluge wie warmherzige Prostituierte
Euterpe kümmert sich um den Kleinen. Sie nennt ihn Sperling, erklärt ihm die Welt, macht ihn mit Bildung und philosophischem Denken vertraut. Sperling fühlt sich wohl und wächst heran. Doch eines Tages fällt eine der Prostituierten aus, und Sperling wird gezwungen, nun selbst seinen Körper zu verkaufen. Trotz Gewalt und Willkür versucht Sperling immer wieder, sich treu zu bleiben und die Hoffnung nicht zu verlieren. - James Hynes ist es gelungen, mit seinem historischen Roman ein Sittengemälde der spätantiken Welt zu zeichnen, in dem er sich vor allem der Beschreibung des Lebens der unterprivilegierten Schichten widmet. Einmal ein anderes Sujet als die Biografien von Helden und Königen und sehr lesenswert für alle Fans dieses Genres.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Ich, Sperling
James Hynes ; aus dem Englischen von Ute Leibmann
dtv (2023)
589 Seiten
fest geb.