Mathilde und Marie
Die junge Französin Marie Ledoux ist Mitte zwanzig, als sie den Anforderungen des Studiums, zweier Nebenjobs und der Hektik des Großstadtlebens nicht mehr gewachsen ist. Sie verlässt Paris, ohne ein konkretes Ziel vor Augen zu haben. Im Zug lernt
sie die Isländerin Jónina kennen. Diese nimmt Marie mit in das belgische Bücherdorf Redu, Zuhause weniger Hundert Menschen und Heimat vieler Tausend Bücher. Redu – der Name kommt von "reduzieren" – wird für Marie zum Rückzugsort. Sie erkennt, dass man die Zeit nicht als Gegner, sondern als Freund empfinden kann. Nach dem Motto "Weniger ist mehr, mehr ist weniger" widmen sich die Bewohner:innen den Dingen mit Aufmerksamkeit und Hingabe, anstatt vieles in kürzester Zeit erledigen zu wollen. Maries Beziehung zur anfangs als spröde und unnahbar wahrgenommenen Mathilde entwickelt sich zu einer besonderen Freundschaft. Auf ihren gemeinsamen Wanderungen durch die Ardennen eröffnet sich für Marie eine neue, bisher unbekannte Welt. Sie erkennt, dass es auch im eigenen Leben, wie in der Natur, Zeiten zum Wachsen und Zeiten zum Innehalten gibt. – "Mathilde und Marie" ist ein berührendes Buch über das, was im Leben wichtig ist, und über die heilende Kraft der Entschleunigung in unserer schnelllebigen Zeit. Absolut lesens- und empfehlenswert!
Gertrud Plennert
rezensiert für den Borromäusverein.
Mathilde und Marie
Torsten Woywod
dtv (2026)
334 Seiten
fest geb.