Fair Play
Vermarktet wird das Buch als Detektivgeschichte in Anlehnung an große Werke wie die von Agatha Christie und Sir Arthur Conan Doyle. Die vordergründige Geschichte ist jedoch nur ein Werkzeug, mit dem die Protagonistin ihre Trauer über den Tod ihres
Bruders verarbeitet. Dies sorgt dafür, dass unterschiedlichste Erzählstile eingebaut werden können und die bekannte Erzählstruktur des Kriminalromans in einem völlig neuen Licht erscheint. Dadurch wird der Roman aber sehr komplex. An vielen Stellen müssen Lesende zwischen den Zeilen lesen und sich mit unbefriedigenden Erklärungen und Auflösungen zufriedengeben. Wer also auf der Suche nach einem heiteren Krimi ist, wird hier nicht auf seine Kosten kommen. Mit diesem Wissen und der Bereitschaft, sich auf eine sehr experimentelle Geschichte einzulassen, hat man in diesem anspruchsvollen Debütroman jedoch die Möglichkeit, eine neue Sichtweise auf das Thema Trauer zu entwickeln und sich auf völlig neue Art mit einer bekannten Geschichte auseinanderzusetzen.
Agnes Schmidtner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Fair Play
Louise Hegarty ; aus dem Englischen von Eva Bonné
dtv (2026)
345 Seiten
fest geb.