Pause
Hanna ist Mittdreißigerin, lebt in Berlin mit ihrem Partner Paul zusammen und arbeitet an einem anspruchsvollen Projekt. Seit einiger Zeit geht es ihr nicht gut, es ist zu vermuten, dass sie Fehlgeburten erlitten hat und davon traumatisiert ist. Als
sie einen Zusammenbruch erleidet und weder Paul noch eine ihrer Freundinnen und Freunde sich bereit erklären, sie von der Klinik abzuholen, bleiben nur noch ihre Eltern, die sie um Hilfe bitten kann. So kommt es, dass sie sich in dem Haus in Lüneburg wiederfindet, in dem sie aufgewachsen ist. Die Eltern haben inzwischen ihre eigenen Routinen, das Kinderzimmer ist jetzt das Büro des Vaters, mit der Schwester, die in der Nähe wohnt, gerät sie in Streit und als sie die Arbeit und ihren Partner verliert, zieht es ihr den Boden unter den Füßen weg. Einerseits vermisst Hanna ihr Leben in Berlin, andererseits tut ihr das entschleunigte Leben in der Kleinstadt gut. Die bürokratischen Hürden eines Reha-Antrags und die damit verbundene Offenlegung ihrer Probleme bringen sie an ihre Grenzen. Doch da ist Alexander, den sie über eine Datingplattform kennengelernt hat und den sie ganz sympathisch findet. Und langsam, aber sicher findet Hanna wieder zu sich selbst. Ein spritziger Roman, mitten aus dem Leben gegriffen mit herrlichen Dialogen.
Gabriele Berberich
rezensiert für den Borromäusverein.
Pause
Lena Kupke
dtv (2026)
319 Seiten
fest geb.