Die Watsons fahren nach Birmingham - 1963
Im Frühjahr 1963 wurde Birmingham in Arizona zum Brennpunkt der schwarzen Bürgerrechtsbewegung. Am 15. September 1963 gab es dort einen Bombenanschlag auf die Baptistenkirche, dem vier Mädchen zum Opfer fielen. Bereits im Jahr 1995 hat der Autor
dieses Ereignis in seinem Jugendroman "Die Watsons fahren nach Birmingham" (auf Deutsch 1996 erschienen) verarbeitet. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht des 10-jährigen Kenneth Watson. Mit seinen Eltern und den beiden Geschwistern Byron und Joetta lebt er behütet in der Kleinstadt Flint in Michigan. Kenny wird in der Schule gehänselt, weil er schielt und durch seine Begeisterung fürs Lesen für die Lehrer:innen als Vorbild gilt. Doch sein pubertärer 13-jähriger Bruder Byron beschützt ihn und in dem neu hinzugezogenen Rufus findet er einen Freund. Byron, der von Kenny bewundert wird, rebelliert gegen seine Eltern - so lange, bis diese beschließen, dass er den Sommer in Birmingham bei der Großmutter verbringen soll. Gemeinsam fahren sie dorthin und Joetta entgeht nur knapp dem rassistischen Anschlag auf die Sonntagsschule - für Kenny ein traumatisches Erlebnis. - Einfühlsam und empathisch beschreibt der Autor die Ereignisse und macht deutlich, wie wichtig es ist und wie viel Mut es erfordert, Ungerechtigkeiten entgegenzutreten. Ergänzt durch vier Nachworte berühmter Autoren, die die Wichtigkeit des Buches hervorheben, sowie zwei Nachworte des Autors. - Gerne empfohlen!
Gabriele Güterbock-Rottkord
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Watsons fahren nach Birmingham - 1963
Christopher Paul Curtis ; aus dem Englischen von Gabriele Haefs
dtv (2024)
Reihe Hanser
232 Seiten
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 10