Die rätselhafte Reise des Oscar Ogilvie
Oscar lebt glücklich mit seinem Vater in Cairo, Illinois. Jahrelang verbringen sie zusammen jede freie Minute mit ihrer Modelleisenbahn; sie wollen die Transkontinentalbahn nachbauen. Im Jahre 1929 besitzen sie bereits zehn komplette Eisenbahnzüge.
Dann kommt der Zusammenbruch. Sein Vater verliert seine Arbeit als Traktorverkäufer. 1931 ist ihr Haus verpfändet, sie müssen ihre Eisenbahnanlage verkaufen, der Vater geht auf Jobsuche nach Kalifornien und der 11-jährige Oscar kommt zu Tante Carmen, die ein strenges Regiment führt. Traurig und einsam träumt sich Oscar in eine Fantasiewelt, oder geschehen die Dinge tatsächlich? Oscar trifft Mr. Applegate, der ihm von Einsteins Theorie erzählt, und dass man die Zeit umdrehen könnte. Zufällig anwesend bei einem Bankraub, rettet sich Oscar dann, indem er in die dort ausgestellte Modelleisenbahn springt und davonfährt. Jetzt beginnt eine Reise durch Zeit und Raum. Seine Odyssee führt ihn über Chicago nach San Francisco und New York, und er erlebt sich im Körper eines 21-Jährigen und wird wieder sechs. Am Ende erreicht er seine Ausgangsposition wieder, ist aber in der Lage, ein paar Dinge zum Besseren zu verändern. - Die, an Kästners "Emil" erinnernde, anrührende Vater-Sohn-Geschichte changiert zwischen Phantastik und Realität und hat spannende und überraschende Wendungen. Der Super-Großdruck und eine ansprechende Aufmachung laden dazu ein, sich auf das zunächst etwas altmodisch anmutende Modelleisenbahnthema einzulassen. Parallelen zur heutigen Finanzkrise sind überdeutlich. (Herrlich, wie Oscar aus der Zukunft heraus den Börsenspekulanten die Leviten liest.) - Für alle Bücherein gerne empfohlen.
Karin Blank
rezensiert für den Borromäusverein.
Die rätselhafte Reise des Oscar Ogilvie
Rosemary Wells
Dt. Taschenbuch-Verl. (2012)
dtv-junior
367 S. : zahlr. Ill.
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 10